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Bosporusschwimmen 2014

Samstag, 26. Juli 2014

Auf gutem Kurs

26. Bosphorus Cross-Continental Swimmingrace / Boğaziçi Yüzme Yarışları – 2 Kıta 1 Yarış

Nach 2011 und 2012 schwamm ich in diesem Jahr bereits zum dritten Mal von Asien nach Europa – zum ersten Mal zusammen mit allen drei Söhnen.

Schwimmfamilie

Vor dem diesjährigen Schwimmbericht einige Links und Informationen zu dem interkontinentalen Schwimmereignis allgemein:

>> Website des Türkischen Olympischen Komittees mit allen Infos zu Termin, Programm und Anmeldeprozedere, das zu Jahresbeginn startet (frühzeitige Anmeldung empfehlenswert!): bogazici.olympiat.org.tr

>> Interview von Julia Dombrowski mit Daniela Schrank und mir im Blog Fifty Five: „Warum eigentlich?“ Ines Balcik und Daniela Schrank schwimmen von Asien nach Europa

>> Bericht von Katja Tongucer über das Bosporusschwimmen 2014 im Blog istanbul:er:leben: Würdest du durch den Bosporus schwimmen?

>> Berichte zu den Bosporusschwimmen der letzten Jahre hier im Tennisblog: 2013, 2012, 2011

vor dem Bosporusschwimmen
Vor dem Schwimmen: mit Kerstin Funke und Judith Kammer

nach dem Bosporusschwimmen
Nach dem Schwimmen: mit Katja Tongucer und Julia Dombrowski

Bei meiner dritten Teilnahme ist der Bosporus mir längst vertraut, aber wie jedes Jahr gibt es auch diesmal kleinere organisatorische Neuerungen. Kein Wunder, denn die Zahl der Teilnehmer steigt jedes Jahr, was Anpassungen erfordert. 1807 Frauen und Männer stehen diesmal auf der Startliste, Jahrgang 1930 und damit 84 Jahre alt ist der älteste Teilnehmer, Jahrgang 1937 und damit 77 Jahre alt die älteste Teilnehmerin. Noch einige Zahlen: Von den 1807 sind 437 weiblich, 66 Schwimmerinnen und Schwimmer kommen aus Deutschland.
Die Startnummern sind diesmal aufsteigend vergeben, der 84-Jährige hat die Startnummer 1. Unschwer zu erkennen also, wer auf den Bildern oben die Älteste ist. ;-)

Wie jedes Jahr überlege ich, ob ich an der Besichtigungsfahrt per Schiff am Tag vor dem Schwimmen teilnehmen soll, und fahre dann doch mit. Es lohnt sich. Denn jedes Jahr werden neue Tipps gegeben, welche Landmarken man beim Schwimmen ansteuern sollte. Zwar ist das Englisch des auf Türkisch, Englisch und Russisch Erklärenden kaum verständlich, aber mit den vereinigten Türkischkenntnissen der Familie Balcik und Kerstins Russisch reimen wir uns zusammen, was der freundliche Mensch uns und allen anderen Schwimmern an Bord wohl sagen will.

Großes Gewimmel am Sonntagmorgen vor dem Start im Cemil Topuzlu Parkı in Kuruçeşme am auropäischen Ufer Istanbuls:
im Park
In dem Gedränge ist es schwierig, vertraute Gesichter auszumachen. Julia sehe ich leider vor dem Start nicht mehr.

Ein wenig sieht es so aus, als würde Schlachtvieh davongeführt:
zum Schiff
Anspannung und Aufregung mischen sich unter die Vorfreude auf das Schwimmen.

Wirklich, die Schwimmer kommen hinter Gitter ;-):
Startschiff
Erstmals werden alle Startgruppen mit einem einzigen Schiff zum Startponton gebracht. Eins der berühmten klassischen Istanbuler Bosporusschiffe ist groß genug, alle Schwimmerinnen und Schwimmer aufzunehmen. Zunächst gehen die Jüngeren an Bord (grüne Kappen), dann die Älteren (gelbe Kappen), gemeinsam mit Judith und Kerstin betrete ich das Schiff.

Noch ist der Himmel über der Schwimmstrecke bedeckt:
Bosporus
Am Tag zuvor hat es heftig geregnet, sehr ungewöhnlich für Istanbul im Juli. Hoffentlich kommt am Schwimmtag kein Gewitter!

Der leere Zielbereich, noch ist kein Schwimmer im Wasser unterwegs:
Bosporus

Das Schiff mit allen Teilnehmern am Startpunkt der Schwimmstrecke in Kanlıca auf der asiatischen Seite des Bosporus:
Startschiff
Vorab starten die Kanufahrer. Dann sind die Schwimmerinnen und Schwimmer mit Behinderung (rote Kappen) an der Reihe. Die Schnellsten erreichen das Ziel in weniger als einer Stunde, eine unglaubliche Leistung, vor der ich größte Hochachtung habe. Denn ich habe zwei Arme und zwei Beine und brauche sehr viel länger bis ins Ziel.

Das Schiff leert sich allmählich:
Bosporus
Fast alle Schwimmer sind gestartet, grüne und gelbe Kappen haben sich längst vermischt. Kurz vor dem Start sehe ich die Söhne noch einmal wieder, die lange vor mir aufs Schiff gegangen sind.

Endlich im Wasser:
Bosporus
Im Wasser ist alles gut. Zum ersten Mal sehe ich die ganze Strecke über etwas. Nur die angekündigte kalte Strömung in der Mitte der Brücke bleibt aus.

Das Feld zieht sich auseinander:
Bosporus
Ich schwimme sehr gemütlich und sehe mich ausgiebig um. Diesmal will ich wieder ankommen!

Mitten im Bosporus:
Bosporus
Hat man die Hauptströmung erreicht, geht es im Wasser schnell voran. Am europäischen rechten Ufer wollte ich mich auch vor zwei Jahren orientieren, geriet aber letztlich auf einen Irrkurs. Diesmal erwische ich eine gute Linie.

Der Erste kommt an, die Sonne auch:
am Ziel
Hasan Emre Musluoğlu heißt der Sieger seit einigen Jahren. Mit nur 41:26 Minuten stellt er einen neuen Streckenrekord auf.

Später dann Gewimmel am Ziel:
am Ziel
Meinen guten Kurs habe ich bis ins Ziel gehalten. Nur vor der Galatasaray Adası gerate ich kurz ins Stocken. Verwunderung über die kalten Strömungen, die dort vorbeiziehen, Verärgerung über die Müllteppiche, durch die ich schwimmen muss, lenken mich vielleicht ab, bis ich merke, dass ich eine Weile kaum vom Fleck komme. Aber eine Kurskorrektur leicht zur Bosporusmitte hin bringt wieder Abhilfe und besseres Vorankommen. Der Schmutz bleibt mehr als ärgerlich. So schlimm war das in den Vorjahren nicht.
Wie uns empfohlen wurde, korrigiere ich den Schwimmkurs am Ende der Insel Richtung Ziel, auf das ich in einem sehr spitzen Winkel zuschwimme. Endlich habe ich den besten Kurs für das schwierige letzte Stück gefunden und erreiche das Ziel ohne Probleme und in sicherer Entfernung von der Gegenströmung, die auch in diesem Jahr vielen zu schaffen macht.
In meine Freude übers gute Ankommen mischt sich ein wenig Enttäuschung: Es gibt keine Handtücher mehr, außerdem ist meine Zeit sogar zwei Minuten langsamer als vor drei Jahren. Aber das ist wie beim Laufen: Je langsamer ich unterwegs bin, desto mehr habe ich von der Strecke, und immerhin bleibe ich noch unter 1:30. Das ist Schwimmgenuss!

Siegerehrung mit Ehrengast Inge de Bruijn:
Siegerehrung
Das Rennen ist schneller geworden in den letzten Jahren. Judith Kammer schwimmt eine hervorragende Zeit unter einer Stunde und doch reicht das 2014 „nur“ zum 7. Platz in ihrer Katgeorie. Julia und Kerstin kommen ebenfalls schnell und gut an.
Schon in den Vorjahren galt im Prinzip das Zeitlimit von zwei Stunden, aber letztlich durfte jeder in seiner Zeit ankommen. In diesem Jahr wird rigoros und übereifrig herausgefischt und disqualifiziert. Das hat zur Folge, dass die langsamste Zeit auf der Ergebnisliste mit 1:58.51 sogar noch unter zwei Stunden liegt. Leidtragende dieser strikten Regelung sind zwei der Söhne, die sehr spät gestartet sind und kurz vor dem Ziel disqualifiziert werden, obwohl sie gerne weitergeschwommen wären. Sohn 2 ist, wie schon zwei Jahre zuvor, souverän ins Ziel geschwommen.
Auch die Ältesten, der 84-Jährige und die 77-Jährige, tauchen auf den Ergebnislisten auf. Großartig!

Gewimmel bei der Urkundenausgabe:
Zertifikat
1563 Schwimmer sind ans Ziel gekommen. Ich bin glücklich, dass ich dabei sein durfte. In einigen Jahren schwimme ich gerne wieder von Kontinent zu Kontinent, wenn es sich irgendwie einrichten lässt und Hobbyschwimmer dann noch willkommen sein werden.

Last but not least:
der Fotograf
Was wäre die Hoppysportlerin ohne ihren Fotografen und unermüdlichen Unterstützer? Nur dieses eine Foto hat nicht er aufgenommen. ;-)

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