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Sport und Philosophie

Freitag, 28. Oktober 2016

Die Türkei glänzte in deutschen Medien in den letzten Monaten nicht durch Geistesblitze. Umso mehr freute mich eine Meldung, die ich noch vor der Frankfurter Buchmesse irgendwo im Netz las: Ein türkisches Magazin, das Sport und Philosophie verbinden will, soll nun auf Deutsch erscheinen. Das machte mich neugierig, denn Sport, Türkei, Philosophie – das schien eine spannende Mischung zu versprechen.

Sport und Philosophie

Und was war die allererste Werbung, die mir in die Hand gedrückt wurde, als ich am ersten Messetag zur Buchmesse kam? Eine Leseprobe von „Socrates“, wie das neue Magazin heißt. Wenn das kein glücklicher Wink des Schicksals war!

Als ich abends endlich dazu kam, in dem Heftchen zu blättern und zu lesen, war es leider vorbei mit dem Glück.

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Schwimmend von Europa nach Asien

Freitag, 30. September 2016

Dardanellenschwimmen, Hellespont Swim, Çanakkale Yüzme Yarışması 2016

Der Tag des Sieges am 30. August ist ein türkischer Feiertag, der an den entscheidenden Sieg 1922 im türkischen Befreiungskampf erinnert.
Seit 30 Jahren wird an diesem Tag ein interkontinentales Schwimmen ausgetragen, das von Eceabat am europäischen Ufer der Dardanellen nach Çanakkale am asiatischen Ufer führt. Das Schwimmen in den Dardanellen von Kontinent zu Kontinent hat eine lange Tradition. Die Amerikanerin Lynn Sherr schwamm dort vor fünf Jahren, in ihrem lesenswerten Buch über die Kulturgeschichte des Schwimmens erzählt sie ausführlich über die Geschichte des Schwimmens ganz allgemein und ihre persönlichen Erfahrungen beim Dardanellenschwimmen und bei ihren Vorbereitungen dafür.

Der Übergang zwischen Asien und Europa hat eine lange und reiche Geschichte. Der persische König Xerxes überquerte die in der Antike Hellespont genannte Meerenge im 5. Jahrhundert v. Ch. auf Schiffbrücken, um gegen die Griechen zu ziehen. Im 17. Jahrhundert ging es Venezianern und Osmanen hier um die Vormacht im Mittelmeer. In der Schlacht von Gallipoli im Jahr 1915 kämpften u. a. viele australische und neuseeländische Soldaten für die Entente gegen die Türken, unvorstellbar viele Soldaten auf beiden Seiten verloren ihr Leben.

Über geschichtliche Fakten hinaus ranken sich um die Meerenge zwischen zwei Kontinenten zahlreiche Mythen. Wohl am bekanntesten ist die tragische Liebesgeschichte um Hero und Leander. Leander, der am asiatischen Ufer wohnt, schwimmt merhmals zu seiner Geliebte am europäischen Ufer, bis er in einer Sturmnacht sein Leben verliert. Daraufhin stürzt sich auch Hero ins Meer. Friedrich Schiller ist einer der Dichter, die eine Ballade über das Liebespaar schrieben: Hero und Leander.
Im Jahr 1820 durchschwamm der britische Dichter Lord Byron die Dardanellen auf den Spuren des mythischen Paares.

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Zurück in die Gegenwart: Vor zwei Jahren schon wollten Sohn 2 und ich nach dem Bosporus auch die Dardanellen durchschwimmen, aber aus diversen Gründen wurde nichts daraus. In diesem Jahr gelang es mir, mich anzumelden und auch wirklich mitzuschwimmen.

Das Anmeldeprozedere ist weniger kompliziert als das fürs Bosporusschwimmen, aber einige Hürden und ein Limit gibt es auch: 500 türkische Schwimmer und Schwimmerinnen werden akzeptiert. Alle anderen Nationalitäten müssen sich über eine Reiseagentur anmelden.
In diesem Jahr starteten letztlich ca. 400 türkische und ca. 50 internationale Sportler und Sportlerinnen, 403 kamen ins Ziel. Darunter auch ich.

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Olympischer Rückblick

Donnerstag, 25. August 2016

Die Olympischen Spiele 2016 sind schon Geschichte. So fragwürdig vieles erscheint von Doping bis zu anderen negativen Auswüchsen eines solch gigantischen kommerziellen Ereignisses, so schön ist immer noch die Grundidee eines friedlichen sportlichen Treffens von Menschen aus aller Welt.

Olympischer Rückblick

Hier kommen einige Bemerkungen aus ganz persönlicher Sicht zu meinen Lieblingssportarten Tennis, Laufen, Schwimmen.

Tennis:
Zum ersten Mal in der Geschichte der Olympischen Spiele war eine türkische Tennispielerin im Dameneinzel dabei. Çağla Büyükakçay, die im Frühjahr ihren ersten WTA-Titel feiern konnte, ging dank einer Wildcard der ITF an den Start. Leider kam sie über die erste Runde nicht hinaus, verlor aber denkbar knapp in drei Sätzen gegen die Russin Ekaterina Makarova, die sich in der dritten Runde der Tschechin und späteren Bronzemedaillengewinnerin Petra Kvitova geschlagen geben musste.
Ebenfalls dank einer ITF-Wildcard am Start war Ons Jabeur aus Tunesien, ein weiteres Land, das nicht zu den üblichen Herkunftsländern von Tennisspielerinnen gehört. Auch Ons Jabeur verlor in drei engen Sätzen bereits in der ersten Runde gegen eine Russin, und zwar gegen die spätere Viertelfinalistin Daria Kasatkina.

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Blick ins Hirn einer Freizeitsportlerin

Samstag, 02. Juli 2016

Vor einiger Zeit habe ich Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede* von Haruki Murakami gelesen. Vieles von dem, was er darin über das Laufen schreibt, kann ich gut nachvollziehen – auch wenn uns schriftstellerisch und läuferisch Welten trennen.

In einer Hinsicht aber habe ich eine ganz andere Meinung: Tennis liebe ich genauso wie das Laufen. Warum, das zeigt die folgende sorgfältig angefertigte Illustration.

Lauf-Tennis-Hirn

Der Reiz beider Sportarten liegt in ihren jeweiligen Paradoxen.

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Erste türkische WTA-Siegerin

Freitag, 29. April 2016

Das letzte Wochenende war zweifellos ein Meilenstein für Tennis in Deutschland: Angelique Kerber verteidigte ihren Titel beim Porsche Tennis Grand Prix, noch dazu in einem erstmals rein deutschen Finale, und zwar gegen die in ihrer zweiten Karriere neu erstarkte Laura Siegemund. Genügend Grund zum Jubel für beide Spielerinnen – und für die deutschen WTA-Fans. Die dürfen sich außerdem darüber freuen, dass zurzeit neun deutsche Spielerinnen unter den Top 100 zu finden sind.

Außer ausgesprochenen Tennisfans dürfte das kaum jemand mitbekommen haben, auch wenn das Finale immerhin im SWR gezeigt wurde. Die magere Berichterstattung über Frauensport ist ein Thema für sich.

Dass am selben Wochenende in Istanbul zwei türkische Tennisspielerinnen Geschichte schrieben, dürften noch weniger Menschen in Deutschland mitbekommen haben. Ich hoffe, dass ich nicht der einzige deutsch-türkische Tennisfan bin, der sich riesig gefreut hat über den Sieg von Çağla Büyükakçay. Sie siegte im Finale gegen Danka Kovinić aus Montenegro und ist damit die erste türkische Gewinnerin eines Einzeltitels in der Geschichte des WTA-Profitennis und erstmals in die Top 100 der Weltrangliste aufgestiegen.

Cagla Buyukakcay (18955109209)

Eine weitere türkische Tennisspielerin sicherte sich in Istanbul den Titel im Doppel: Ipek Soylu an der Seite ihrer rumänischen Partnerin Andreea Mitu.

Ein optimales Wochenende also auch für türkische Tennisfreunde. Und vielfacher Grund zum Jubel für eine deutsch-türkische Tennisfamilie!

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