Vom Gewinnen
Aus vielen Splittern (hier und dort und überhaupt) ergibt sich allmählich ein Bild. Leider keins, das mir gut gefällt.
Aber besonders der Essay von Birgitta vom Lehn gibt einige interessante Denkanstöße.
Dass man den Umgang mit Sieg und Niederlage am besten im Sport lernt, da bin ich ganz ihrer Meinung. Ich gehe noch weiter und behaupte, dass Tennis eine Sportart ist, die junge Menschen bestens aufs Leben vorbereitet. Konzentration, Koordination, Durchhaltevermögen, der Wille zum Sieg, das Akzeptieren einer Niederlage – all das ist ein kleiner Ausschnitt dessen, was einem hilft, sich auf dem gewundenen Lebensweg nicht völlig zu verirren.
Damit will ich überhaupt nicht sagen, dass Gewinnen das Wichtigste im Leben ist. Es ist nur ein kleines Mosaiksteinchen.
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Tabea mit ihren 70 Jahren (und noch immer berufstätig) fragt sich schon lange, welchen Einfluß die Hormone auf die Entwicklung der Mädchen haben; nicht von ungefähr verändert sich ihr Verhalten dem Sport gegenüber, wie in einem der zitierten Artikel erwähnt.
Es kommt für mich rückblickend hinzu, daß Mädchen und Frauen sehr wohl “wettbewerben”, aber anders als Jungen und Männer, sie arbeiten dann nämlich gegeneinander. Wenn eine Frau einen Raum mit ausschließlich Männern betritt, dann machen die auf sich aufmerksam: Krawatte zurechtrücken, sich richtig aufrichten etc. Wenn umgekehrt ein Mann einen Raum mit ausschließlich Frauen betritt, dauert es nicht lange, bis sie sich auf Kosten einer anderen Anwesenden hervortun.
Oder: Biete ich einem männlichen Gast etwa Kuchen an, so fragt der mich nicht, ob ich den selbst gebacken habe. Das ist ihm wurscht, entweder schmeckt er ihm oder eben nicht. Biete ich einer Frau Kuchen an und es ist kein Mann anwesend, fragt sie in der Regel auch nicht, ob selbstgebacken. Ist aber ein Mann anwesend, gar mein eigener Mann, dann fragt sie garantiert, um dann einen mehr oder minder eleganten Übergang zu ihrem - natürlich weitaus besseren - Rezept zu finden und, auch das passiert, mir dann Ratschläge zu geben.
Nach meiner Ansicht fehlt den Frauen Solidarität untereinander.
Tabea am 02. Dezember 2009
Fehlende Solidarität? Solche Erfahrungen fehlen mir zum Glück weitgehend, vielleicht weil ich keine großen Erwartungen habe. Mich treibt eher die Frage um, weshalb so gerne das männliche Verhalten als Maßstab genommen wird. Ich fände es spannend, auch andere Ansätze und Perspektiven zu entdecken.
Ines Balcik am 02. Dezember 2009
Hm. Ich hab jetzt nicht die Artikel gelesen… aber ich möcht was dazu sagen.
Für mich als Sportniete ohne Spaß an den gegebenen (für mich viel zu rauhen) Ballspielen, Rennen und anderen unmöglichen Schulsportarten war Sport immer kontraproduktiv…
Die anderen Kinder gröhlten auf dem Boden liegend vor Lachen, wenn ich mit meinen “krummen Haxen” versuchte, auch nur halb so schnell zu sein wie die anderen… und die Lehrer hielten sich raus.
Ausserdem renne ich weg, wenn ein Ball auf mich zukommt… :(
Da hilft auch keine falsch verstandene Motivationshilfe wie meckernde oder “Ist ja nicht so schlimm” von den eher rauhbeinigen Sportlehrern (von denen man immer gut merkte, dass sie mich nicht mochten oder albern fanden…pah)und Zensuren, all sowas macht alles nur noch schlimmer.
Ich vermisse im Lernsystem für das Selbstbewußtsein aufbauen anderes für Kinder, denen Sport nicht so liegt:
Theatergruppen, Musik, die nicht unbedingt musikschulkonform sein muss und anderes, wo Durchhalten, Konzentration, vor-anderen-agieren, vor allem sich selbst ernst nehmen und Selbstvertrauen gelernt werden kann.
Das ist nämllich viel wichtiger als Siegen, denk ich mal. Zu wissen, dass mans kann ohne immer unbedingt auf Deibel-komm-raus Erster sein zu nwollen.
Am Wichtigsten ist zu wissen, was man will, Durchhalten und sich selbst klare Ziele setzen.
Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und noch weiteres ist auch unheimlich wichtig… aber ich möcht hier keine Vorlesung halten.
Das mit dem “Frauen gegeneinander” kenn ich nicht so, glücklicherweise.
Aber ich glaub schon, dass es da Unterscheide zwischen Männlein und Weiblein auch in diesen Punkten gibt.
Das mit dem männlichen Verhalten als Maßstab ist ja nur die Meinung derer, die diese Meinung in den Medien pushen wollen bzw. irgenwelche wichtigen Sachen schreiben. Bei den Leuten selber gibts bestimmt andere Maßstäbe!
Ich seh vieles sowieso anders :D
Liebe Grüße, Monika
Monika am 05. Dezember 2009
Lieben Dank für den ausführlichen Kommentar! :-) Ich habe gesehen, dass es einen neuen Global Gender Gap Report des WEF (World Economic Forum) gibt. Ich will hier nicht auf Sinn und Unsinn der Statistiken eingehen. Interessant finde ich, dass der Report auf Deutsch zitiert wird als Gleichstellungsbericht. Alles eine Frage der Sichtweise?
Ines am 06. Dezember 2009
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