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Reisen in Deutschland

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Lektion 1: Deutsche Ordnung
In Deutschland geht es sehr ordentlich zu.
Das merkten zwei ausländische Touristen, die mit der Bahn von Frankfurt nach Berlin fahren wollten – völlig ordnungsgemäß ausgestattet mit Fahrkarten und Sitzplatzreservierungen.
Dummerweise saß auf den reservierten Plätzen schon jemand anders. Und nun reagierten die beiden Reisenden sehr unordentlich undeutsch: Sie setzten sich einfach auf andere freie Plätze, um den auf den reservierten Plätzen Sitzenden die Mühe des Aufstehens zu ersparen. Irgendwann aber wurden sie von diesen anderen Plätzen vertrieben, weil wiederum jemand mit Reservierung zustieg. Kein Problem, dachten sie sich arglos und wollten nun endlich die ihnen zustehenden Plätze einnehmen.

Aber ein solch unordentliches Anliegen stieß auf den massiven Unwillen der ordentlichen deutschen Zugbegleiterin: Die Plätze hätten ihnen nur dann zugestanden, wenn sie sie sofort nach dem Einsteigen eingenommen hätten, darauf beharrte sie unerbittlich. Vergebliche Liebesmüh der beiden Reisenden, der Zugbegleiterin auf Englisch erklären zu wollen, weshalb sie zunächst andere Plätze eingenommen hatten. Ihr Pech, dass sie das deutsche Sprichwort “Weggegangen, Platz vergangen” nicht kennen.
So kann’s gehen im gast- und kinderfreundlichen Deutschland.



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Meine bahnreisenerprobte Tochter sagte mir, daß man bis 10 (in Worten: zehn) Minuten nach Abfahrt des Zuges Anspruch auf den reservierten ( und dafür € 4.00 bezahlten) Platz hat. Auch erlischt nach meiner Beobachtung etwas später die Leuchtschrift mit der Reservierung, und man kann sie nicht mehr nachweisen. Es lebe die kundenfreundliche Bahn!!

Tabea  am  23. Oktober 2008



Nachtrag zum “kinderfreundlichen” Deutschland (s. Link):
Eine Zugbegleiterin hat doch eine Minderjährige mit Cello aus dem Zug geschmissen, weil sie keine Fahrkarte und kein Geld… s. Link.

KOPFPRÄMIEN gibt’s seit kurzem für Zugbegleiter, die Schwarzfahrer erwischen. Kein Scherz.

Tabea  am  24. Oktober 2008



Gesunder Menschenverstand wäre vielleicht hilfreicher als Prämien. Aber das wäre wohl zu kundenfreundlich, wer weiß.

Ines Balcik  am  24. Oktober 2008



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