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Reif für die Insel
Dass ich in einem Haushalt lebe, aus dem auf mysteriöse Weise Gegenstände verschwinden, dürfte inzwischen hinreichend bekannt sein. Vor langer Zeit habe ich beschlossen, dies als unabänderliche Tatsache des Lebens hinzunehmen, und genieße seitdem meine altersmilde Gelassenheit.
Unglücklicherweise beschränkte sich das Verschwinden von Gegenständen in letzter Zeit nicht mehr auf Socken und Handschuhe. Sorge bereitete mir der zunehmende Schwund an Geschirr- und Besteckteilen. Als ich nur noch drei Gabeln in der Besteckschublade vorfand, war der Zeitpunkt zum Handeln gekommen.
Ich konnte mich des Verdachts nicht erwehren, dass sich die fehlenden Gegenstände möglicherweise in den Höhlen gewisser Teenager anfinden könnten, die ich aus Sicherheits- und Hygienegründen schon lange nicht mehr betrat. Eine direkte Befragung ergab ein entrüstetes Nein. Geübt im einfühlsamen Umgang mit den empfindlichen Gemütern Heranwachsender, griff ich zur subtilen Methode des Danaergeschenks (vulgo: Wink mit dem Zaunpfahl).
Das Wunder geschah: Endlich aufgeräumt! zeigte eine gewisse Wirkung. Die Zahl der Gabeln in der Schublade erhöhte sich wieder.
Nachdem ich dann auch noch diesen Thread über Hochstapler gelesen hatte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Mein Patentrezept für das Zusammenleben mit Personen, deren Ordnungsvorstellungen von meinen abweichen, werde ich demnächst als Ratgeber veröffentlichen. Arbeitstitel: Schaffen Sie sich Ihre persönliche Trauminsel! In fünf einfachen Schritten zum Ziel.
Ich bin sicher, dass mir dieser Ratgeber förmlich aus den Händen gerissen wird. Das wird ein Bestseller!
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