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Mädchen oder Junge?
Die Form des Mutterbauchs soll nach landläufiger Meinung ein Indiz dafür sein, welches Geschlecht das erwartete Baby hat.
Was für ein Unsinn!
Die ultimative Antwort auf die Frage nach dem Geschlecht, die werdende Eltern bewegt, hat meine türkische Verwandtschaft parat. Einen kleinen Haken hat die Methode, das gebe ich gleich zu: Sie funktioniert nur, wenn bereits ein Kind da ist. Dann allerdings ist die Sache ganz einfach. Alles, was die erwartungsvollen Eltern tun müssen, ist, einen Blick auf die Nasenwurzel ihres Kindes zu werfen. Sehen sie dort eine ausgeprägte Ader, ist der Fall eindeutig: Das nächste Kind wird ein Junge.
In unserem Fall hat die Methode zwei Mal die richtige Vorhersage geliefert. Für eine wissenschaftliche Anerkennung dieser ebenso genialen wie nebenwirkungsfreien Methode reicht ein solches Versuchsergebnis nicht ganz aus, fürchte ich. Wenn es nach einem gewissen mir nahestehenden Menschen gegangen wäre, hätten wir in einem weiteren Experiment mit der Geburt von männlichen Zwillingen die Unfehlbarkeit des Verfahrens untermauert. Kind 3 zeigte nämlich gleich zwei Adern auf der Nasenwurzel. Leider war einer der beiden Versuchsteilnehmer nicht kooperativ — die Welt muss weiter auf den Durchbruch dieses unfehlbaren Verfahrens zur Geschlechtsbestimmung warten.
Dafür hat sich der Anfangsverdacht der Versuchsverweigerin zur Gewissheit verhärtet: Die Doppelader wies auf künftig deutlich ausgeprägten Eigensinn des gerade geborenen Kindes hin.
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